Radtour „Tief im Westen“

Bericht und Bilder: Hartmut Goerrings

 

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, so lautetet der  Titel eines Liedes von James Last. Wie sich die Zeiten ändern!

Aber am 27. Juli morgens um 7:00 Uhr, war die Welt für die Radfahrer des Seniorensportvereins Wesseling nicht mehr so ganz in Ordnung, denn da mußten sie bereits in Brühl beim Autoverleiher sein. Dann wurden die Räder verladen und ab dort ging es 111 km weit tief in den Westen von NRW, bis zum Parkplatz in Isenbruch.

Zuerst galt es, die Stelle zu finden, wo Deutschland am tiefsten nach Holland hineinragt. Als wir dort ankamen erkannten wir, dass wir beileibe nicht die Einzigen waren, die sich diese Stelle mal ansehen wollten. Es tummelten sich schon eine ganze Reihe von Schulkindern dort und einer von ihnen, Benjamin, machte ein schönes Gruppenfoto von uns. Die Kaffeepause wurde in Hapert-Höngen gemacht, wo wir es uns auf dem Bürgersteig gemütlich machten.

Danach sattelten wir wieder auf um abwechselnd mal auf deutschem, mal auf holländischem Gebiet durch die  überraschend schöne Gemeinde Selkant zu fahren. An dieser Stelle sei es mal erlaubt zu erwähnen, dass so etwas in einem Europa vor der Gründung der EU und Abschluss des Schengener Abkommens nicht möglich gewesen wäre. Otto würde sagen: ganz schön viel Gegend hier. Wir kamen durch Orte, deren Namen man vorher noch nie gehört hatte, es sei denn, man wurde dort geboren. Wer kennt denn schon Breberen, Gangelt, Schinveld und Douvergenhout?

Das man am Niederrhein war merkte man schon durch das Vorkommen von vielen Bächen, verwunschenen Teichen und wasserführenden Kanälen.
Aber Holland hat in diesem Teil auch überraschende Anstiege zu verzeichnen. Der höchste Punkt hier ist 125 m hoch und bietet einen herrlichen Ausblick. Auch architektonisch kommt man hier auf seine Kosten. Das belgische Generalkonsulat hat hier in einem wunderschönen Backsteinbau aus dem Barock seinen Sitz. Überhaupt findet man hier einige schöne Bauten aus der Gründerzeit 1850-ca.1900.

Den Abschluss bildete, wie so häufig, der Besuch eines wirklich hochklassigen Eiscafés in Tüdern.
Es war ein wunderschöner Tag, der uns alle auf die ein oder andere Art bereichert hat.